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Inside PR 2026: Was die Branche bewegt – und was das für uns bedeutet

Rebecca Glock

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Inside PR 2026: Was die Branche bewegt – und was das für uns bedeutet

Die PR-Welt steht nie still. Zwischen KI-Hype, schrumpfenden Budgets und einer sich ständig wandelnden Medienlandschaft müssen Kommunikationsteams heute mehr denn je flexibel, strategisch und messbar arbeiten.

Der „Inside PR 2026“-Report von Cision, der auf einer Umfrage unter 561 PR-Profis aus den USA und Großbritannien basiert (und allgemein klare Aussagen für die globale PR-Branche bietet), zeigt deutlich: Die Branche befindet sich im Umbruch, aber auch in einer Phase mit riesigen Chancen.

1. Vom Dauerstress zur strategischen Engstelle

Aktuell kämpfen PR-Teams an mehreren Fronten gleichzeitig: 60 % nennen den Wandel der Medienlandschaft als ihre Top-Herausforderung, 58 % den Ressourcendruck.

Wenn die Befragten jedoch nur eine einzige größte Herausforderung für 2026 benennen sollen, verschiebt sich der Fokus deutlich: 34 % priorisieren den Ressourcen-Druck, der Medienwandel folgt mit 21 %.

Strategisch wird viel über „Transformation“ gesprochen, operativ geht es jedoch oft schlicht um Zeit, Budget und Teamgröße. Die Anforderungen steigen, die Komplexität wächst, doch die Ressourcen wachsen nicht im gleichen Maß.

2. Der „Agility Gap“: Führung denkt schneller als das Team

Auf den ersten Blick wirkt die Branche handlungsfähig: 57 % der Befragten beschreiben ihr Team als „sehr“ oder „extrem agil“. Doch der zweite Blick relativiert dieses Bild deutlich.

Während Führungskräfte Agilität aus einer Entscheidungsperspektive betrachten („Wir können schnell reagieren.“), erleben Manager:innen und Spezialist:innen die strukturelle Realität:

– komplexe Abstimmungsprozesse

– Kein Zugriff auf Echtzeitdaten

– Starre Teamstrukturen

3. Brand Awareness bleibt König – aber ROI holt auf

Auch 2026 bleibt Brand Awareness mit 73 % das dominierende Ziel.

Gleichzeitig gewinnt die wirtschaftliche Dimension spürbar an Gewicht: 55 % priorisieren Sales/Umsatz durch PR, 50 % die Messbarkeit und den Nachweis von ROI.

PR steht an einem Punkt, an dem sie zwei Rollen gleichzeitig erfüllen muss:

– Vertrauensaufbau und Reputationsstärkung

– Beitrag zum Unternehmenserfolg quantifizierbar machen.

Erfolgreich werden die Teams sein, die beides systematisch verbinden.

Narrative, die strategisch auf Business-Ziele einzahlen, und KPIs, die den Wert von Reputation sichtbar machen.

4. Die größte Chance? KI – aber nicht ohne Menschlichkeit

Kaum ein Thema prägt derzeit die PR-Debatte so stark wie Künstliche Intelligenz.

Laut dem Report sehen 48 % KI und Automatisierung als die größte Chance für das Jahr 2026.

Und das ist keine theoretische Diskussion mehr – die Nutzung ist längst Realität:

– 73 % nutzen generative KI fürs Brainstorming.

– 68 % für das Schreiben oder Überarbeiten von Texten.

– Nur 8 % verzichten komplett auf generative KI.

Wenn nahezu alle Teams KI einsetzen, entsteht kein Wettbewerbsvorteil allein durch die Nutzung. Der Vorteil entsteht durch Integration.

Parallel dazu zeigt die Studie, dass journalistische Beziehungen (39 %) und strategische Ausrichtung zentrale Chancenfelder bleiben.

Die strategische Frage lautet daher nicht: „Nutzen wir KI?“ – sondern: „Wofür nutzen wir die gewonnene Zeit?”

5. Die wichtigsten Skills für 2026

Trotz aller technologischen Umbrüche bleibt der Kern der PR erstaunlich stabil: 59 % der Befragten nennen Storytelling und Content Creation als wichtigste Fähigkeit für das Jahr 2026, es folgen Media Relations (44 %), strategische Planung (34 %) und KI-Integration (33 %).

Obwohl KI als große Chance gesehen wird, steht sie nicht an erster Stelle der benötigten Kompetenzen. Stattdessen dominiert weiterhin die Fähigkeit, relevante Geschichten zu entwickeln und glaubwürdig zu platzieren.

Das bedeutet: Technologie verändert die Werkzeuge, aber nicht den Kernauftrag.

PR braucht jetzt hybride Profile: Strategisch denkend, datenkompetent, technologisch souverän und kommunikativ stark.

6. Die Tools, die den Unterschied machen

Betrachtet man die von PR-Teams als erfolgskritisch bewerteten Tools, so wird ein klares Muster sichtbar:

– 59 % nennen Media Monitoring und -Analyse.

– 48 % nennen Content-Creation-Tools.

– 44 % nennen Media-Datenbanken und Relationship-Management.

– 33 % Analytics- und Reporting-Dashboards.

Die Top-Tools spiegeln genau die Spannungsfelder wider, die sich durch den gesamten Report ziehen.

Die strategische Frage lautet also nicht: „Welche Tools haben wir?“ – sondern: „Wie integrieren wir sie in unsere Entscheidungsprozesse?”

Oder anders formuliert:

Daten sind das neue Fundament – aber Urteilsfähigkeit bleibt der Wettbewerbsvorteil.

Unser Fazit: Was wir aus dem Report mitnehmen sollten

Der Report zeigt nicht eine Branche in der Krise, sondern eine Branche im Reifeprozess.

Effizienz wird zur Voraussetzung, nicht zum Vorteil: Wer Prozesse nicht verschlankt und Entscheidungswege nicht beschleunigt, verliert Handlungsspielraum.

Wirkung wird zur Währung: PR muss nachweisen können, wie sie zu den Business-Zielen beiträgt, ohne ihre langfristige Rolle zu verlieren.

Technologie wird zum Hygienefaktor: KI und Tools sind gesetzt. Differenzierung entsteht durch kluge Integration, nicht durch bloße Nutzung.

Was folgt daraus?

Nicht wer am meisten verändert, wird gewinnen, sondern wer das Wesentliche konsequent weiterentwickelt.

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